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KI-Tools für die praktische Bildungsarbeit – Dokumentation

Am Nachmittag des 26. März 2025 öffnete sich für rund 30 Teilnehmende aus der Bildungsarbeit ein digitales Fenster in die Welt der Künstlichen Intelligenz. Tobias Albers-Heinemann, Bildungsreferent für Erwachsenen- und Familienbildung der Evangelischen Kirche, führte mit viel Praxisbezug durch die Veranstaltung, die sich auf den Einsatz von KI-Tools in der Bildungsarbeit konzentrierte. Unterstützt wurde er von Leonie Höckbert von der Katholischen Erwachsenenbildung, die spannende Impulse aus ihrer beruflichen Praxis beisteuerte.

KI-gestützte Textarbeit und Redaktion

Den Auftakt machte ChatGPT, konkret die sogenannte „Canvas-Funktion„, mit der sich Texte nicht nur generieren, sondern auch dialogisch und abschnittsweise überarbeiten lassen. Besonders überzeugte die Möglichkeit, Textlänge, Lesbarkeit und sprachliches Niveau über Schieberegler intuitiv anzupassen. Auch Hinweise zur barrierearmen Formatierung und stilistischen Optimierung wurden gezeigt – ein echter Gewinn für Gemeindebrief-Redaktionen oder Bildungsprojekte mit heterogenen Zielgruppen.

Im Anschluss wurde die Wolf-Schneider-KI vorgestellt, benannt nach dem bekannten Sprachstilisten. Dieses Tool prüft Texte nach journalistischen Kriterien, schlägt Alternativen vor und hilft, Verständlichkeit und Ausdruck zu verbessern. Besonders praktisch: Es gibt keine Abo-Modelle, sondern ein Zeichenkontingent zum fairen Preis.

DeepL Write, das ebenfalls in der Schulung vorgestellt wurde, bietet eine einfach zu bedienende Alternative für stilistische Textanpassungen, inklusive verschiedener Tonalitäten und Sprachniveaus – ohne Anmeldung und kostenlos.

Duck.ai wurde in dieser Kategorie ebenfalls vorgestellt. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um eine Suchmaschine, sondern um eine Plattform, die verschiedene Sprachmodelle – darunter auch Open-Source-Modelle wie Mistral oder LLaMA – zur kostenlosen Nutzung bereitstellt. Die Plattform erlaubt es, unterschiedliche Modelle zu vergleichen und für Textgenerierung und -überarbeitung zu testen, ohne Registrierung.

Analyse und Arbeit mit Dokumenten

Ein weiteres Highlight war das Tool ChatPDF. Hier konnten die Teilnehmenden PDF-Dokumente hochladen und diese im Dialog mit der KI befragen. Während manche Gruppen beeindruckende Zusammenfassungen erhielten, stießen andere bei langen oder komplexen Dokumenten an Grenzen.

Leonie Höckbert von der katholischen Erwachsenenbildung RLP brachte anschließend frischen Wind in die Runde. Sie stellte das KI-Tool „Notebook LM“ vor – ein experimentelles Recherche-Werkzeug von Google, das sich auf die Analyse und das semantische Verknüpfen großer Textmengen spezialisiert. Besonders beeindruckend: Notebook LM erlaubt es, längere Dokumente oder ganze Themenfelder als „Notizbücher“ zu hinterlegen, die dann gezielt befragt und durchforstet werden können.

Recherchetools für den Bildungsalltag

Danach ging der Blick weiter: Perplexity, eine interaktive Suchmaschine, die semantische Zusammenhänge versteht, wurde vorgestellt – ideal für Rechercheprozesse in der Bildungsarbeit – ideal für Rechercheprozesse in der Bildungsarbeit, etwa bei der Themenerschließung oder Vorbereitung von Unterrichtseinheiten.

Die Teilnehmenden diskutierten auch die Möglichkeiten und Grenzen solcher Werkzeuge im pädagogischen Kontext: Während Perplexity schnell fundierte Übersichten liefert, wurde betont, dass Quellenkritik und pädagogisches Urteil weiterhin essenziell bleiben.

Kreative Anwendungen und KI-generierte Inhalte

Zum Abschluss wurde es kreativ: Mit ElevenLabs, einem Tool für Sprachsynthese, wurden Stimmen generiert, die verblüffend echt klangen. HeyGen lieferte dazu passende Avatare, mit denen sich Erklärvideos personalisieren lassen. Und dann kam Suno.com ins Spiel: Die Gruppe sammelte Begriffe, ChatGPT dichtete daraus einen Songtext, den Suno anschließend vertonte. So klang die Fortbildung im wahrsten Sinne des Wortes aus.

Diese Fortbildung zeigte nicht nur die Leistungsfähigkeit aktueller KI-Anwendungen, sondern auch ihre Grenzen – und das mit einem durchweg pragmatischen Blick auf Datenschutz, Zielgruppenorientierung und kreative Potenziale.

Die vorgestellten Tools im Überblick:

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