AI Impact - KI in Gesellschaft, Bildung & Kultur
Auftakt zu „AI Impact – Wir mit KI“: KI verstehen, gestalten, mitreden
Mit einem digitalen Paukenschlag startete das Projekt „AI Impact – Wir mit KI“ in die Umsetzung: Eine Auftaktveranstaltung mit zahlreichen Besucher*innen, die zeigte, wie KI-Kompetenz und gesellschaftlicher Diskurs zusammengehen können. Und wie wichtig es ist, nicht nur über KI zu reden – sondern miteinander.
Bereits das Begrüßungsvideo sorgte für Aufmerksamkeit: Die sprechenden Personen waren keine echten Menschen, sondern KI-generierte Avatare. Eine Inszenierung, die auf den Punkt brachte, worum es im Projekt geht – um Reflexion, Chancen und Risiken von KI im Alltag.
Warum „AI Impact“?
Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen – in Haushalten, in der Arbeitswelt, in Bildungsprozessen. Doch oft fehlt das Wissen, wie KI funktioniert, was sie kann und was nicht. Hier setzt das Projekt an: Es bietet Raum für Auseinandersetzung, Qualifizierung und Austausch. Zielgruppe sind vor allem Bildungsakteur*innen, aber auch alle Interessierten.
Gesellschaftlich relevante Perspektiven
Ein zentrales Element der Veranstaltung war die Vorstellung von fünf Bedarfsgruppen, mit denen das Projekt gezielt arbeitet:
- Familien und junge Menschen: Künstliche Intelligenz verändert das Familienleben auf vielfältige Weise. Sprachassistenten wie Alexa oder Siri sind in vielen Haushalten präsent und übernehmen einfache Aufgaben. Für Kinder entstehen dadurch neue Formen der Kommunikation mit Maschinen – teilweise mit erstaunlich intensiven Bindungen. Studien zeigen, dass Kinder Sprachassistenten teils als echte Gesprächspartner wahrnehmen. Das Projekt will genau hinschauen, wie sich diese Entwicklungen auf familiäre Beziehungen, Lernverhalten und Medienerziehung auswirken.
- Einsame Menschen: KI-Systeme wie Sprachassistenten oder Chatbots können für Menschen, die unter Einsamkeit leiden, eine neue Form sozialer Interaktion bieten. Sie können Gesprächspartner ersetzen – zumindest scheinbar. Doch wo endet sinnvolle Unterstützung, wo beginnt die Illusion von Nähe? In Zeiten von Fachkräftemangel und fehlenden sozialen Angeboten könnten KI-gestützte Systeme hier Chancen, aber auch Risiken bergen. Das Projekt möchte dieses Spannungsfeld ausloten und zur Diskussion stellen.
- Menschen mit Diskriminierungserfahrung: KI-Anwendungen sind nicht neutral – sie spiegeln Daten, mit denen sie trainiert wurden. Stereotype und Vorurteile können sich darin fortsetzen oder gar verstärken. Ein Beispiel: Bild-KIs zeigen bei Suchbegriffen wie „erfolgreiche Person“ überdurchschnittlich oft weiße Männer. Auch Sprache, Empfehlungen oder Bewertungen in KI-Systemen können diskriminierende Muster enthalten. Ziel des Projekts ist es, diese Mechanismen offenzulegen und Wege für einen fairen Umgang mit Technologie aufzuzeigen.
- Menschen mit Behinderungen: Für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen eröffnet KI neue Möglichkeiten der Teilhabe. Von automatischer Spracherkennung über visuelle Bildbeschreibungen bis hin zu barrierefreier Kommunikation – das Potenzial ist enorm. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach der Verlässlichkeit und Zugänglichkeit dieser Systeme. Auch hier will das Projekt nicht nur Anwendungsszenarien aufzeigen, sondern gemeinsam mit Betroffenen evaluieren, wo Chancen liegen und welche Hürden noch bestehen.
- Menschen mit Armutserfahrung: Der Zugang zu digitalen Tools und KI-Anwendungen ist häufig an Ressourcen geknüpft – sei es in Form von Geräten, Wissen oder Zeit. Menschen mit Armutserfahrung sind hier oft benachteiligt. Gleichzeitig besteht großes Potenzial, über niedrigschwellige Angebote Bildungs- und Teilhabechancen zu verbessern. Das Projekt möchte aufzeigen, wie KI inklusiv gestaltet werden kann und wie Bildungsangebote gezielt diese Zielgruppe stärken können.
Ein vielfältiges Programm
Vorgestellt wurde auch das umfangreiche Jahresprogramm: Onlinekurse, Workshops, Talks – von Deepfakes über KI und Kolonialismus bis hin zu KI in der Familienbildung oder Inklusion. Höhepunkt ist der Fachtag am 26. Juni im Museum für Kommunikation in Frankfurt, einem zentralen Kooperationspartner des Projekts. Dort werden erste Ergebnisse aus den Workshops vorgestellt – verbunden mit interaktiven Formaten und Raum für Vernetzung.
Dialog statt Monolog
Ein wiederkehrendes Motiv der Veranstaltung: Die Auseinandersetzung mit KI braucht Dialog – mit den Menschen, die davon betroffen sind. „Erst mit den Gruppen sprechen, bevor man über sie spricht“, betonte ein Teilnehmender. Dieser partizipative Ansatz ist Kern von „AI Impact“.
„AI Impact – Wir mit KI“ ist mehr als ein Bildungsprojekt – es ist ein gesellschaftliches Angebot zum Mitdenken und Mitgestalten. Die Auftaktveranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig das ist. Wer Teil davon sein möchte, findet alle Informationen und Termine unter www.wir-mit-ki.de.